
Manche Bands veröffentlichen regelmäßig neue Alben, erfinden sich immer wieder neu und bleiben dadurch präsent. The Sisters of Mercy haben einen anderen Weg gewählt. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist kein neues Studioalbum erschienen. Dennoch gehört die Band um Andrew Eldritch bis heute zu den einflussreichsten und meistzitierten Namen der alternativen Rockmusik. Am 4. Oktober 2026 gastieren The Sisters of Mercy in der Frankfurter Batschkapp.
Mehr als eine Gothic-Legende
Dabei ist die Geschichte der Band längst größer geworden als ihre Diskografie. Mit Alben wie First and Last and Always, Floodland und Vision Thing schufen The Sisters of Mercy in den 1980er und frühen 1990er Jahren einen Klang, der sich nie ganz einer einzelnen Szene zuordnen ließ. Post-Punk, Rock, Industrial und düstere Pop-Melodien verschmolzen zu einer eigenen musikalischen Sprache, die bis heute nachwirkt.
Songs wie „Temple of Love“, „Lucretia My Reflection“, „Dominion“ oder „This Corrosion“ gehören längst zum festen Kanon alternativer Musik. Ihr Einfluss reicht weit über die Grenzen der Gothic-Szene hinaus und ist in den unterschiedlichsten Spielarten von Rock und Dark Wave bis heute hörbar.
Die Bühne als Lebensraum
Bemerkenswert ist dabei, dass The Sisters of Mercy ihren Ruf nicht durch nostalgische Rückblicke bewahren. Stattdessen lebt die Band vor allem auf der Bühne weiter. Die Konzerte haben über die Jahre beinahe einen legendären Status erreicht. Andrew Eldritchs markante Stimme, die kompromisslose Lautstärke und der charakteristische Drumcomputer Doktor Avalanche sorgen noch immer für jene Atmosphäre, die Generationen von Fans geprägt hat.
Wer The Sisters of Mercy live erlebt, begegnet keiner Band, die ihre Vergangenheit verwaltet. Vielmehr präsentiert sich hier ein musikalisches Projekt, das über Jahrzehnte hinweg seine eigene Aura bewahrt hat. Die Klassiker stehen selbstverständlich im Mittelpunkt, doch jede Tour bringt auch Überraschungen mit sich, sei es durch neue Songs, die nie offiziell veröffentlicht wurden, oder durch ungewöhnliche Coverversionen.
Wenn The Sisters of Mercy am 4. Oktober in der Batschkapp auftreten, kommt damit nicht nur eine der wichtigsten Bands der Post-Punk- und Gothic-Geschichte nach Frankfurt. Es bietet sich auch die seltene Gelegenheit, eine Gruppe zu erleben, deren Einfluss bis heute ungebrochen ist und deren Konzerte noch immer zu den besonderen Ereignissen der alternativen Musikszene zählen.




