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	<title>Rock-Archiv - Main Kritik</title>
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	<description>Kust- und Kulturkritiken aus dem Rhein-Main-Gebiet</description>
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	<title>Rock-Archiv - Main Kritik</title>
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		<title>Placebo in der Festhalle Frankfurt: Die frühen Jahre im neuen Gewand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2026 17:45:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Konzertkritik: Zum 30-jährigen Jubiläum ihres Debütalbums kehren Placebo zu ihren musikalischen Anfängen zurück. In der Frankfurter Festhalle spielen Brian Molko und Stefan Olsdal Songs der ersten beiden Alben. So zeigen sie wie sich die Band vom Indie-Projekt zur Arena-Band entwickelt hat und wie ihre frühen Stücke heute auf der großen Bühne wirken.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>30 Jahre nach ihrem Debütalbum widmen sich Placebo auf ihrer Jubiläumstour den ersten beiden Platten. In der Frankfurter Festhalle treffen die frühen Songs auf eine Inszenierung, die den Wandel der Band sichtbar macht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Placebo Mitte der 1990er-Jahre ihr Debütalbum veröffentlichten, war die Band noch Teil einer britischen Alternative-Szene, deren Musik sich bewusst gegen allzu glatte Rockkonventionen stellte. Drei Jahrzehnte später stehen Brian Molko und Stefan Olsdal in der Frankfurter Festhalle vor einem Publikum, für das die frühen Songs längst zum festen Bestandteil der Bandgeschichte gehören. Die Jubiläumstour führt zurück zu den ersten beiden Alben, <em>Placebo</em> und <em>Without You I&#8217;m Nothing</em>. Zugleich knüpft sie an eine Neuauflage des Debüts an, die das ursprüngliche Material für die Gegenwart überarbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist mehr als eine gewöhnliche Jubiläumsveröffentlichung. Die neue Fassung versteht sich als eine Art Director’s Cut, der die ursprünglichen Aufnahmen nicht einfach konserviert, sondern neu bearbeitet. Ein ähnlicher Gedanke stand hinter Kate Bushs Album <em>Director’s Cut</em> von 2011, auf dem sie frühere Songs neu interpretierte. Dass Placebo bei den Zugaben mit einer Coverversion von Bushs <em>Running Up That Hill</em> an die britische Musikerin erinnern, fügt sich in diesen Zusammenhang. Der Blick zurück ist an diesem Abend von Anfang an auch ein Blick darauf, wie sich Musik und ihre Wahrnehmung im Laufe der Zeit verändern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Indie-Trio zur Arena-Band</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wandel zeigt sich schon in der Besetzung. Wo Placebo in den Anfangsjahren als Trio auftraten, stehen heute Molko und Olsdal im Zentrum. Die Bühne der Festhalle ist entsprechend großzügig gestaltet. Eine hoch aufragende Videowand, aufgeteilt in fünf vertikale Streifen, nimmt einen großen Teil des Bühnenraums ein. Mal verteilen sich einzelne Motive über mehrere Streifen, mal wird ein Bild über die gesamte Fläche gezogen. Live-Aufnahmen der Musiker wechseln sich mit Archivmaterial aus den 1990er-Jahren ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder machen den zeitlichen Abstand zwischen den frühen Jahren und der Gegenwart sichtbar. Zugleich fällt auf, welche Teile der Bandgeschichte dabei präsent sind und welche nicht. Im Archivmaterial erscheinen weder Robert Schultzberg, der das Schlagzeug auf dem Debütalbum spielte, noch Steve Hewitt, der zur Zeit von <em>Without You I&#8217;m Nothing</em> zur Band gehörte. Das muss nicht zwangsläufig eine bewusste Auslassung bedeuten, fällt angesichts des historischen Anspruchs der Tour aber auf. Die Rückschau konzentriert sich auf Molko und Olsdal, während die wechselnden Besetzungen, die ebenfalls zur Geschichte von Placebo gehören, im Hintergrund bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So entsteht ein Bild der Bandgeschichte, das zugleich umfassend und selektiv ist. Die frühen Songs werden wieder ins Zentrum gerückt, doch ihre heutige Präsentation unterscheidet sich deutlich von den Bedingungen, unter denen sie entstanden sind. Aus der Indie-Band, die in kleineren Clubs spielte, ist eine Arena-Band geworden. Die Musik bleibt dieselbe, ihre Umgebung nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn der Groove in der Festhalle verloren geht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Akustik erweist sich dabei als entscheidender Faktor. Die Festhalle ist für ihren mitunter schwierigen Klang bekannt, vor allem in den hinteren Bereichen. Bereits bei der Vorband The Mirror Trap wirkt der Sound wenig differenziert. Bei Placebo verbessert sich die Situation zwar deutlich, doch gerade bei den frühen Songs gehen Teile ihres ausgeprägten Grooves verloren. Was auf den Aufnahmen durch Spannung, Rhythmus und klangliche Reibung zusammengehalten wird, wirkt in der großen Halle stellenweise weniger prägnant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist umso bedauerlicher, als die frühen Stücke nicht unbedingt für einen Raum dieser Größe geschrieben wurden. Ihre Wirkung beruht häufig auf einer Mischung aus unmittelbarer Energie, kantigen Gitarren und einem Rhythmus, der die Songs nach vorn treibt. In der Festhalle erreichen die Musik und die Inszenierung zwar ein großes Publikum, doch die akustischen Bedingungen tragen nicht immer dazu bei, die Feinheiten dieser Stücke herauszuarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Publikum nahm das Konzert dennoch positiv auf. Statt großer Bewegung im Saal war vielfach konzentriertes Zuhören zu beobachten. Die frühen Songs entfalteten ihre Wirkung also weniger über eine durchgehend mitreißende Dynamik als über ihre Präsenz und Wiedererkennbarkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei <em>Every You Every Me</em>, das in den Zugaben erklingt, greifen die Elemente besonders überzeugend ineinander. Hier kommen die Eingängigkeit des Songs und seine rhythmische Energie auch im großen Rahmen zur Geltung. Die Begeisterung im Publikum ist deutlich spürbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vergangenheit als bearbeitetes Material</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Konzentration auf die ersten beiden Alben und der überarbeiteten Fassung des Debüts rücken Placebo ihre Anfangsjahre ins Zentrum, ohne sie einfach zu reproduzieren. Auf der Videowand wechseln sich Archivaufnahmen aus den 1990er-Jahren mit Live-Bildern der beiden Musiker ab. Die visuelle Rückschau zeichnet dabei allerdings ein selektives Bild der Bandgeschichte. Dass frühere Schlagzeuger im Bildmaterial fehlen, fällt auf und erinnert daran, dass zur Geschichte einer Band mehr gehört als ihre Songs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie überzeugend die Überarbeitung des Debütalbums ausfällt, lässt sich an diesem Konzert nur bedingt beurteilen. Live prägen vor allem die heutige Besetzung, die Größe der Bühne und die Akustik den Eindruck. Die frühen Stücke behaupten sich auch unter diesen Bedingungen, wenngleich ihre rhythmische Kraft nicht immer vollständig zur Geltung kommt. Das Publikum zeigte sich begeistert. Der Abend machte zugleich deutlich, wie sehr sich die Rahmenbedingungen verändert haben, unter denen diese Musik heute gespielt wird.</p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"><em>Festhalle, Frankfurt am Main, 29.10.2026</em></p>
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		<title>The Sisters of Mercy in der Batschkapp: Nebel und Gegenlicht</title>
		<link>https://mainkritik.de/the-sisters-of-mercy-in-der-batschkapp-nebel-und-gegenlicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 14:52:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Sisters of Mercy in der Frankfurter Batschkapp: Zwischen Gothic-Rock-Klassikern, unveröffentlichten Songs und einer konsequenten Inszenierung aus Nebel und Gegenlicht zeigt die Band, dass ihre Geschichte noch nicht abgeschlossen ist.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Nebel und Gegenlicht. Das sind die ersten Eindrücke dieses Abends. Als The Sisters of Mercy an 04.10.2026 die Bühne betreten, sind Andrew Eldritch, Ben Christo und Kai zunächst kaum mehr als schwarze Silhouetten vor farbigem Licht. Der Nebel bleibt das ganze Konzert über. Nur die Farben ändern sich, umrahmen die drei Musiker immer wieder neu. Viel mehr gibt die Bühne von der Band nicht preis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine konsequente Inszenierung, die gut zu den Sisters of Mercy passt. Die Band bleibt im Halbdunkel, schwer greifbar und ein wenig entrückt. Die Musik dagegen steht im Mittelpunkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein nervöser Auftakt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorprogramm spielen Real Farmer aus Groningen. Der Sound des niederländischen Quartetts erinnert zunächst an die frühen Talking Heads: nervös, kantig und getrieben vom Gesang ihres Sängers Jeroen Klootsema. Später wechselt er stärker in die klassische Punkgestik des Shouters. Das ist sympathisch und handwerklich überzeugend, bleibt an diesem Abend aber doch die Einleitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer guten halben Stunde verlässt die Band die Bühne. Es folgt die Umbaupause, während der die Bühne bereits zunehmend im Nebel verschwindet. Dann wird es dunkel und die Sisters betreten die Bühne.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zurück zum Rock</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Musikalisch fällt zunächst auf, dass die Gitarren wieder stärker im Vordergrund stehen. Im Vergleich zu den Auftritten der Band vor etwa zehn Jahren wirkt der Sound weniger elektronisch und klar konturiert. Stattdessen dominieren verwaschene Gitarren, die stärker an den Sound erinnern, mit dem die Sisters of Mercy in den achtziger Jahren den Gothic Rock entscheidend mitprägten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesang von Andrew Eldritch ist dabei stellenweise etwas leise. Ob das Teil einer bewusst raueren, beinahe Lo-Fi-artigen Ästhetik ist oder an der Abmischung liegt, bleibt offen. Wirklich störend ist es allerdings nicht. Die Stimme fügt sich in einen Abend ein, bei dem ohnehin die Atmosphäre eine wichtige Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu trägt auch die Lichtregie bei. Eldritch und die beiden Gitarristen stehen fast durchgehend im Gegenlicht. Mal sind die Silhouetten von rotem, mal von blauem oder violettem Licht umgeben. Die Gesichter bleiben weitgehend im Dunkeln. Gerade weil dieses Konzept konsequent durchgehalten wird, wirkt es nicht wie ein bloßer Bühneneffekt, sondern als Teil der Inszenierung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Klassiker</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An den großen Songs des Repertoires mangelt es nicht. <em>Alice</em> und natürlich <em>Temple of Love</em> gehören ebenso zum Programm wie <em>This Corrosion</em> und <em>Lucretia My Reflection</em> von <em>Floodland</em>. Aus <em>Vision Thing</em> sind <em>More</em> und <em>Doctor Jeep</em> vertreten. Auch <em>Marian</em> vom Debütalbum <em>First and Last and Always</em> fehlt nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommen mit <em>Giving Ground</em> und <em>Colours</em> zwei Stücke von The Sisterhood, dem Projekt, das Andrew Eldritch Mitte der achtziger Jahre ins Leben rief. Beide Songs stammen ursprünglich von <em>Gift</em>, dem einzigen Album des Projekts. An der Entstehung des Albums war unter anderem Alan Vega von Suicide beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist eigentlich alles vorhanden, was man von einem Sisters-Konzert erwarten darf: die frühen Songs, die großen Stücke der klassischen Albumphase und das Material, das die Band über Jahrzehnte zu einer der prägenden Gruppen des Gothic Rock gemacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch an diesem Abend kommt noch etwas hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Musik ohne neues Album</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein beträchtlicher Teil des Konzerts besteht aus neueren, bislang unveröffentlichten Stücken. Das ist für eine Band wie die Sisters of Mercy durchaus bemerkenswert. Denn ihr letztes Studioalbum <em>Vision Thing</em> erschien 1990. Seit 36 Jahren gibt es also kein neues Album.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das allein wäre noch nicht ungewöhnlich für eine Band, die längst einen umfangreichen Katalog besitzt und mit diesem problemlos ganze Hallen füllen kann. Interessanter ist, dass die Sisters trotzdem nicht ausschließlich auf ihre Vergangenheit setzen. Sie spielen neue Musik, obwohl ihr Publikum diese Stücke vorher kaum kennen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das fällt umso mehr auf, weil sich das Verhältnis zwischen Album und Konzert im Musikgeschäft inzwischen verändert hat. Lange Zeit waren neue Platten der Anlass für eine Tournee. Heute sind bei vielen etablierten Künstlern die Konzerte selbst das zentrale Ereignis, während neue Musik vor allem dazu dient, eine weitere Tour zu begleiten. Das bekannte Repertoire bleibt dabei der sichere Teil des Abends.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sisters gehen zumindest in dieser Hinsicht einen etwas anderen Weg. Sie konfrontieren ihr Publikum mit Musik, die noch keinen festen Platz in ihrer Geschichte hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Publikum geht mit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Publikum geht mit. Die meisten Besucher sind, wie es bei den Sisters of Mercy kaum anders zu erwarten ist, in Schwarz gekleidet und feiern die Band von Beginn an. Bei den großen Klassikern wie <em>More</em>, <em>This Corrosion</em> oder <em>Temple of Love</em> steigt die Begeisterung noch einmal deutlich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch die neuen Stücke werden nicht einfach nur abgewartet. Das ist bemerkenswert, denn diese Songs können nur diejenigen wirklich kennen, die die Band in den vergangenen Jahren bereits live gesehen haben. Trotzdem werden sie aufmerksam aufgenommen und teilweise ebenso begeistert gefeiert wie das vertraute Material.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sagt einiges über das Verhältnis zwischen dieser Band und ihrem Publikum. Die alten Songs bilden den gemeinsamen Bezugspunkt, aber offenbar reicht die Loyalität der Fans aus, um sich auch auf unbekanntes Material einzulassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Nebel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen bleibt das Bild auf der Bühne unverändert: Nebel und Gegenlicht. Die Silhouetten von Eldritch und seinen beiden Gitarristen tauchen auf und verschwinden wieder im wechselnden Licht. Viel mehr muss man von dieser Band an diesem Abend eigentlich nicht sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Sisters of Mercy spielen nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit ihrer Gegenwart. Die alten Songs erinnern daran, warum die Band einst zu den prägenden Gruppen des Gothic Rock gehörte. Die neuen Stücke zeigen dagegen, dass diese Geschichte zumindest musikalisch noch nicht abgeschlossen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob daraus irgendwann wieder ein neues Album entsteht, bleibt offen. Für den Moment genügt es, dass diese Songs überhaupt existieren und ihren Platz neben den Klassikern gefunden haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so verlässt man die Batschkapp mit beidem im Kopf: den bekannten Melodien einer Band, deren Geschichte längst Musikgeschichte ist, und den neuen Stücken, die noch keine Geschichte haben.</p>
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		<title>Les Yeux d’la Tête live im Zoom: Wenn der ganze Saal tanzt</title>
		<link>https://mainkritik.de/les-yeux-dla-tete-live-im-zoom-wenn-der-ganze-saal-tanzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 15:35:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Konzertkritik: Les Yeux d’la Tête begeistern im Frankfurter Zoom mit enormer Spielfreude, perfektem Zusammenspiel und einer Musik zwischen Chanson, Folk und Rock. Ein Konzert, das den ganzen Saal zum Tanzen bringt.</p>
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Les Yeux d’la Tête: Benoît Savard und Eddy Lopez live im Zoom Frankfurt | © rabirius</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Erstaunlich früh beginnt dieser Konzertabend im Frankfurter Zoom. Bereits am Nachmittag laden Les Yeux d’la Tête ihr Publikum zum Tanzen ein. Einige Besucherinnen und Besucher wundern sich zunächst über die ungewohnte Uhrzeit, und auch die Band selbst kann sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen. Doch spätestens nach den ersten Stücken ist klar: Für Les Yeux d’la Tête gibt es keinen falschen Zeitpunkt zum Feiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn was diese Band an diesem Nachmittag entfaltet, ist eine geradezu ansteckende Spielfreude. Die sechs Musiker springen über die Bühne, tanzen zwischendurch beinahe synchron und treiben ihre Musik immer wieder an die Grenzen des kontrollierten Chaos. Mal scheint das Zusammenspiel auseinanderzudriften, nur um im nächsten Moment wieder punktgenau zusammenzufinden. Das wirkt nicht zufällig, sondern wie die sichtbare Folge eines enorm sicheren Umgangs mit dem eigenen Material.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eingespielt wie alte Freunde</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wäre eigentlich zu erwarten, dass eine Band mit dieser Besetzung noch nach ihrer gemeinsamen musikalischen Identität suchen müsste. Von der ursprünglichen Formation sind nur Sänger und Gitarrist Benoît Savard sowie Eddy Lopez an Saxophon und Klarinette übrig. Gitarrist Stéphane Berti und Bassist Philippe Burneau gehören sogar erst seit dem vergangenen Jahr zur Band. Davon ist auf der Bühne nichts zu spüren. Sie spielen miteinander, als würden sie seit Jahren in dieser Formation auf der Bühne stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stücke geben dabei zwar einen klaren Rahmen vor, lassen aber genügend Raum für Improvisation und spontane Abweichungen. Gerade daraus entsteht die Lebendigkeit dieses Konzerts. Die Musiker kennen ihre Songs so gut, dass sie sich darin bewegen können, ohne an ihnen festhalten zu müssen. Aus kleinen Verschiebungen, überraschenden Übergängen und improvisierten Momenten entsteht eine Musik, die ständig in Bewegung bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Publikum lässt sich davon schnell anstecken. Spätestens beim dritten Stück hält es kaum noch jemanden auf den Beinen. Es wird getanzt, geschunkelt und im Rhythmus gewippt. Bei einem Walzer finden sich sogar mehrere Paare zusammen, die sich mit erstaunlich sicheren Schritten über den Boden drehen. Spätestens hier ist klar, dass Les Yeux d’la Tête ihre Musik nicht einfach präsentieren. Sie bringen einen ganzen Saal dazu, sich zu bewegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Chanson, Balkan und Rock</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Musikalisch wandern Les Yeux d’la Tête durch ein weit gespanntes südeuropäisches Klanggebiet. Chanson trifft auf spanische Anklänge und Balkanmusik, Folk und Weltmusik verbinden sich mit Rock zu einem unverwechselbaren eigenen Stil. Vieles stammt vom aktuellen Album <em>La vie est belle</em>, doch auch ältere Publikumslieblinge wie „I Don’t Speak English“ und „Muzika“ fehlen nicht und werden entsprechend begeistert aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Band vor allem eine Live-Band ist, zeigt sich an diesem Abend besonders deutlich. Die Musik lebt von der Bewegung, von den Blicken zwischen den Musikern, von den spontanen Wendungen und von der Reaktion des Publikums. Was auf einer Platte funktioniert, kann diese unmittelbare Energie nur begrenzt transportieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu passt die unkomplizierte Kommunikation mit dem Saal. Englisch, Französisch und gelegentlich sogar Deutsch wechseln sich ab. Und irgendwann gibt es nicht einmal mehr eine sprachliche Verständigung: Die Band gibt Tanzanweisungen, der ganze Saal macht mit und bewegt sich gemeinsam von links nach rechts und von vorne nach hinten. Für einen Moment wird aus dem Konzert eine gemeinsame Choreografie.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ae75b9cdb0a9&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ae75b9cdb0a9" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="1024" height="683" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-1024x683.jpg" alt="Les Yeux d’la Tête: Stéphane Berti an der Gitarre - live im Zoom Frankfurt | © rabirius" class="wp-image-1536" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-1024x683.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-300x200.jpg 300w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-768x512.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-1536x1024.jpg 1536w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-2048x1365.jpg 2048w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/09/Les_Yeux_dla_Tete-Live_Zoom_Frankfurt-2-rabirius-1320x880.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Les Yeux d’la Tête: Stéphane Berti an der Gitarre &#8211; live im Zoom Frankfurt | © rabirius</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die einzelnen Musiker bekommen Gelegenheit zu zeigen, was sie können. Vor Stéphane Bertis Gitarrensolo wird die Musik beinahe wavig, bevor er mit seiner Gitarre loslegt. Philippe Burneau lässt seinen Bass beim Slappen so deutlich hervortreten, dass für einen kurzen Moment ein Hauch Red Hot Chili Peppers durch das Zoom weht. Akkordeonspieler Rodrigue Fernandes entlockt seinem Instrument einen Klang, als stünden gleich mehrere Akkordeons auf der Bühne. Und Schlagzeuger Xavier Hamon beweist selbst in seinen Improvisationen, dass er den Groove niemals aus der Hand gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Konzert, das den Saal verlässt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vielleicht schönste Idee kommt allerdings ganz am Ende. Nach den Zugaben stellt sich die Band mitten ins Publikum. Die Besucher bilden einen Kreis, die Verstärker bleiben außen vor. Das letzte Stück erklingt unverstärkt, direkt aus der Mitte des Saales. Näher kann eine Band ihrem Publikum kaum kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So endet ein Konzert, das von Anfang an weniger wie eine Vorführung als wie ein gemeinsames Fest gewirkt hat. Les Yeux d’la Tête beherrschen ihre Musik so sicher, dass sie sich erlauben können, sie immer wieder aus dem festen Rahmen herauszuführen. Gerade das scheinbare Chaos macht dabei die Präzision sichtbar, die dahintersteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Publikum schließlich beseelt in den beginnenden Abend hinauszieht, ist die Arbeit eigentlich schon getan: Man hat getanzt, gesungen, geschunkelt und sich von einer Band mitreißen lassen, die ihre Musik nicht nur spielt, sondern mit ihrem Publikum teilt. Und das Schöne daran: Die Nacht ist noch jung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mainkritik.de/les-yeux-dla-tete-live-im-zoom-wenn-der-ganze-saal-tanzt/">Les Yeux d’la Tête live im Zoom: Wenn der ganze Saal tanzt</a> erschien zuerst auf <a href="https://mainkritik.de">Main Kritik</a>.</p>
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		<title>Barclay James Harvest feat. Les Holroyd: Ein Abend zwischen Erinnerung und Gegenwart</title>
		<link>https://mainkritik.de/barclay-james-harvest-feat-les-holroyd-ein-abend-zwischen-erinnerung-und-gegenwart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 13:09:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Nauheim]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Barclay James Harvest feat. Les Holroyd beenden die Bad Nauheimer Sommerreihe 2026 mit einem stimmungsvollen Open-Air-Konzert in der Trinkkuranlage. Zwischen Klassikern wie Hymn, Mocking Bird und Life Is for Living entsteht ein Abend, der weit mehr ist als reine Nostalgie.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mainkritik.de/barclay-james-harvest-feat-les-holroyd-ein-abend-zwischen-erinnerung-und-gegenwart/">Barclay James Harvest feat. Les Holroyd: Ein Abend zwischen Erinnerung und Gegenwart</a> erschien zuerst auf <a href="https://mainkritik.de">Main Kritik</a>.</p>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Bad Nauheim ist eine Stadt, in der Geschichte allgegenwärtig ist. Zwischen Jugendstilarchitektur, Parkanlagen und dem Walk of Fame, der auf die historischen Persönlichkeiten hinweist, die die Stadt besuchten, begegnet man den Spuren vergangener Jahrzehnte. Die <strong><a href="https://www.bad-nauheim.de/de/erlebnisreich/sehenswertes/trinkkuranlage-heilquellen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Trinkkuranlage</a></strong> gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Kurstadt. Ihre Konzertmuschel bildet seit einigen Jahren den Mittelpunkt der Bad Nauheimer Sommerreihe. Am 6. August 2026 endete dort die diesjährige Konzertreihe mit einem Auftritt von Barclay James Harvest feat. Les Holroyd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon bevor der erste Ton erklingt, stellt sich eine Frage: Wie begegnet man heute einer Band, deren größte Erfolge Jahrzehnte zurückliegen? </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ae75b9cdc2fc&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ae75b9cdc2fc" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="683" height="1024" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-683x1024.jpg" alt="Barclay James Harvest feat. Les Holroyd in Bad Nauheim | © rabirius" class="wp-image-1382" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-683x1024.jpg 683w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-200x300.jpg 200w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-768x1152.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-1024x1536.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-1365x2048.jpg 1365w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-1320x1980.jpg 1320w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/barclay_james_harvest-les_holroyd-bad_nauheim-rabirius-scaled.jpg 1706w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Barclay James Harvest feat. Les Holroyd<br>in Bad Nauheim | © rabirius</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Ist ein solches Konzert vor allem eine Reise in die Vergangenheit oder besitzen diese Songs auch heute noch die Kraft, ein Publikum zu begeistern?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort gab der Abend selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Progressive Rock und symphonischem Pop</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Barclay James Harvest gehörten nie zu den ganz großen Stadionbands ihrer Zeit. Dennoch entwickelte die britische Gruppe seit den siebziger Jahren einen unverwechselbaren Stil zwischen Progressive Rock und symphonischem Pop. Mit Songs wie <em>Mocking Bird</em>, <em>Life Is for Living</em> oder <em>Hymn</em> schuf sie Musik, die bis heute ihren festen Platz in der Geschichte der Rockmusik besitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Trennung Ende der neunziger Jahre entstanden zwei Formationen. Während Gitarrist John Lees seinen eigenen Weg ging, führt Bassist Les Holroyd ebenfalls den Namen Barclay James Harvest bis heute weiter. Neue Studioalben spielen dabei längst keine entscheidende Rolle mehr. Im Mittelpunkt stehen die Klassiker einer Band, deren Musik mehrere Generationen begleitet hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Auftakt ohne Umwege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schon mit <em>Mocking Bird</em>, dem zweiten Titel des Abends, machte die Band deutlich, worum es in diesem Konzert gehen würde. Das Publikum musste nicht lange auf bekannte Stücke warten. Die vertrauten Melodien fanden sofort ihren Weg über die Ränge der Konzertmuschel und sorgten schon früh für eine spürbare Verbindung zwischen Bühne und Publikum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich war das Publikum überwiegend mit der Musik der Band aufgewachsen. Dennoch wirkte der Abend nie wie eine reine Zeitreise. Die Songs besitzen noch immer jene Mischung aus melodischer Eingängigkeit und symphonischer Weite, die Barclay James Harvest über Jahrzehnte auszeichnete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kulisse wird Teil des Konzerts</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei vielen Open-Air-Konzerten war die Akustik nicht durchgehend perfekt. Die Stimme verlor sich stellenweise etwas im Gesamtklang, während das Schlagzeug gelegentlich sehr präsent wirkte. Insgesamt blieb der Sound jedoch ausgewogen genug, damit die sorgfältigen Arrangements ihre Wirkung entfalten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine eigentliche Stärke entwickelte der Abend allerdings erst mit der einsetzenden Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der ersten Konzerthälfte lag die Bühne noch im Tageslicht. Erst nach der Pause konnte die Lichtregie ihre volle Wirkung entfalten. Die angestrahlte Jugendstilarchitektur der Trinkkuranlage wurde Teil der Inszenierung und verlieh dem Konzert eine besondere Atmosphäre. Gerade <em>Yesterday&#8217;s Heroes</em> gewann dadurch sichtbar an Intensität. Fast schien auch die Natur ihren Beitrag leisten zu wollen, als während des Stücks ein Schwarm Gänse über die Bühne hinwegzog und den Moment auf überraschende Weise vervollständigte. Die Lichtgestaltung und die dezenten Projektionen ergänzten die Musik, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die großen Momente</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der emotionale Höhepunkt kam zum Ende des Konzertes. Als die ersten Takte von <em>Hymn</em> erklangen, erhob sich nahezu das gesamte Publikum. Überall wurden Handys gezückt, viele sangen jede Zeile mit. Es war jener Moment, auf den der Abend hingearbeitet hatte, ohne dabei berechenbar zu wirken. Die Kraft dieses Songs ist auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung ungebrochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>Life Is for Living</em> folgte schließlich eine Zugabe, die den Abend passend abrundete. Les Holroyd merkte man an, dass fast acht Jahrzehnte Leben nicht spurlos vorübergehen. Kurzzeitig ließ ihn die Stimme im Stich. Gleichzeitig beeindruckte sein präzises und erstaunlich agiles Bassspiel, das nichts von seiner Musikalität verloren hat. Auch die Band präsentierte sich eingespielt und ließ keinen Zweifel daran, dass diese Musik mit großer Sorgfalt und Leidenschaft auf die Bühne gebracht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr als Nostalgie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt die Frage, mit der der Abend begann. Natürlich spielte Nostalgie eine Rolle. Viele Besucher verbanden mit diesen Liedern Erinnerungen an ihre eigene Jugend. Doch das allein erklärt die Begeisterung nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidend ist, dass diese Musik auch heute noch funktioniert. Die Kompositionen besitzen starke Melodien, sorgfältige Arrangements und eine zeitlose Eleganz, die weit über ihren Erinnerungswert hinausgehen. Barclay James Harvest mögen heute nicht mehr dieselbe Band sein wie in den siebziger Jahren. Doch Les Holroyd gelingt es noch immer, den Geist dieser Musik lebendig zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Besucher schließlich die Trinkkuranlage verließen, blieb nicht nur das Gefühl eines nostalgischen Wiedersehens zurück. Es war vor allem die Erinnerung an einen stimmungsvollen Sommerabend an einem außergewöhnlichen Ort, an dem Musik und Architektur eine seltene Verbindung eingingen. Manche Konzerte leben von neuen Songs. Andere erinnern daran, warum manche Lieder Jahrzehnte überdauern. Dieses gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.</p>
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		<title>Migala: La Increíble Aventura</title>
		<link>https://mainkritik.de/migala-la-increible-aventura/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 15:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Arab Strap]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Migalas La Increíble Aventura verbindet Post Rock, Folk und spanische Einflüsse zu einem außergewöhnlichen Gesamtkunstwerk. Die Musik und die begleitenden Videos erzählen gemeinsam eine vielschichtige Geschichte über Konflikt, Hoffnung und die Kraft filmischer Bilder.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mainkritik.de/migala-la-increible-aventura/">Migala: La Increíble Aventura</a> erschien zuerst auf <a href="https://mainkritik.de">Main Kritik</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-1024x1024.jpg" alt="Migala: La Increíble Aventura (Cover)" class="wp-image-1369" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-1024x1024.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-300x300.jpg 300w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-150x150.jpg 150w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-768x768.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-1536x1536.jpg 1536w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover-1320x1320.jpg 1320w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/08/migala-la_increible_aventura_cover.jpg 1591w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<div style="height:33px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Schon das Cover verspricht ein Abenteuer. Dichtes Dschungelgrün, ein Tiger mit gefletschten Zähnen und eine geheimnisvolle Atmosphäre wecken Erwartungen. Doch der Tiger bleibt nicht bloß ein grafisches Motiv. Er zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. Bereits im dritten Stück <em>El Tigre Que Hay En Ti</em> <em>(Der Tiger in dir)</em> stellt sich die zentrale Frage: Trägt jeder Mensch einen Tiger in sich? Muss man ihn bezwingen oder freilassen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das dazugehörige Video greift diese Idee auf. Zwei Männer mit Tigermasken treten zunächst wie Kickboxer gegeneinander an. Der Kampf wird immer surrealer. Feuerbälle und Blitze schießen aus ihren Händen, bis schließlich nur einer übrig bleibt. Er sitzt am Ende auf einem Sessel, während die Maske seines Gegners als Trophäe an der Wand hängt. Sieg oder Niederlage? Befreiung oder Unterwerfung? Das Video beantwortet diese Fragen nicht. Es macht sie zum Ausgangspunkt des Albums.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Folk zum Post Rock</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Migala wurden 1995 in Madrid gegründet. Anfangs orientierte sich die Band am Folk Rock der Zeit und an Gruppen wie Tindersticks oder Arab Strap. Doch mit jedem neuen Mitglied veränderte sich auch der Klang. Aus sechs Musikern wurden neun. Die Arrangements wurden dichter, die Musik experimenteller und zunehmend instrumental.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 2001 veröffentlichte das amerikanische Label Sub Pop das Album <em>Arde</em> und machte Migala auch außerhalb Spaniens bekannt. Mit <em>La Increíble Aventura</em> <em>(Das unglaubliche Abenteuer)</em> erreichte die Band 2004 schließlich ihren kreativen Höhepunkt. Die Folk-Wurzeln sind noch hörbar, doch der Schwerpunkt liegt nun eindeutig auf Post Rock. Erinnerungen an Tortoise oder Mogwai tauchen zwar immer wieder auf, doch Migala entwickeln daraus eine ganz eigene Sprache. Besonders eindrucksvoll gelingt das in <em>Sonnenwende</em>, das Post Rock mit spanischen Rhythmen und Flamenco verbindet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Musik wird zum Film</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Besonderheit dieses Albums ist die beiliegende DVD. Zu jedem Stück existiert ein eigenes Video. Sie illustrieren die Musik nicht einfach, sondern erweitern sie um eine zweite Erzählebene. Erst Bild und Ton zusammen entfalten die eigentliche Idee des Albums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits der Opener <em>El Imperio Del Mal</em> (<em>Das Imperium des Bösen</em>) spielt mit Erwartungen. Der Titel könnte als politisches Statement verstanden werden. Tatsächlich verweist das Stück jedoch auf <em>Krieg der Sterne</em>. Ein Dialog zwischen Obi-Wan Kenobi und Darth Vader eröffnet das Album, kurz bevor Obi-Wan stirbt und das Imperium zunächst triumphiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Video bleibt dieser Erzählung treu. Zwei Kaffeekannen liefern sich einen absurden Kampf, während dunkle Wolken über das Haus ziehen, in dem sich die Küche befindet. Das wirkt zunächst humorvoll, greift aber das zentrale Motiv des Albums auf: den Konflikt zwischen Gut und Böse und die Frage, warum das Böse so oft die Oberhand gewinnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Popkultur als Metapher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch <em>WWW (Searching For The Wicked Witch Of The West)</em> arbeitet mit einer bekannten Filmreferenz. Ausgangspunkt ist <em>Der Zauberer von Oz</em>. Die böse Hexe des Westens wird jedoch nicht einfach zitiert, sondern in die Gegenwart übertragen. Schon die Abkürzung <em>WWW</em> legt eine zweite Lesart nahe: das World Wide Web. Märchenfigur und Internet verschmelzen zu einem Bild für Verführung, Ablenkung und die Mechanismen moderner Aufmerksamkeitsökonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Video spielt auf einem Jahrmarkt mit Riesenrad, Karussells und Geisterbahn. Unterhaltung wird hier zum Lockmittel. Die Hexe steht weniger für ein Märchen als für eine Welt, in der Aufmerksamkeit zur Ware geworden ist. Sie verspricht Vergnügen, bindet den Blick und zieht die Menschen immer tiefer in ihre eigene Logik. Gerade darin erinnert sie an das Internet, das Unterhaltung, Konsum und permanente Reize miteinander verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende kehrt das Video wieder in den Dschungel zurück. Affen erwachen zum Leben, Raubkatzen schleichen durch das Unterholz. Das Abenteuer beginnt von Neuem. Der Kreis schließt sich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Melancholie und Explosion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den ersten intensiven Stücken verändert das Album seine Stimmung. <em>Your Star, Strangled</em> ist das erste Stück mit Gesang und entwickelt sich zu einer stillen Folk-Pop-Ballade mit einer außergewöhnlich schönen Melodie. Das Video zeigt ein Paar, das nachts unter dem Sternenhimmel auf einem Acker tanzt. Für einen Moment scheint die Unruhe des Albums vergessen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Migala - El Gran Miércoles" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/_2HOb5mq6fI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>El Gran Miércoles</em> führt diese Ruhe weitgehend fort. Der Titel verweist auf den Surfer-Film <em>Tag der Entscheidung</em>. Zudem nimmt das Stück in seinen Lyrics das Motiv des Tigers wieder auf, der jetzt allerdings auf ein T-Shirt verbannt wird. <em>Sonnenwende</em> öffnet den Raum weiter und verbindet mediterrane Rhythmen mit den weit ausschwingenden Klangflächen des Post Rock.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tucson, Game Over</em> gehört anschließend zu den intensivsten Momenten des Albums. Lange hält das Stück seine Spannung zurück, bevor es sich mit großer Wucht entlädt. Das Video erinnert dabei fast an einen Gangsterfilm, der unweigerlich in der Wüste endet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein versöhnlicher Schluss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Album endet mit <em>Lecciones De Vuelo Con Mathias Rust</em> <em>(Flugstunden mit Mathias Rust)</em>. Die Wahl des Namens ist kaum zufällig. Mathias Rust wurde 1987 durch seinen Flug nach Moskau bekannt, den er als Zeichen für Frieden und Verständigung verstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Album voller Kämpfe, Tiger, Imperien und filmischer Konfrontationen wirkt dieses Finale beinahe versöhnlich. Wo zuvor Gewalt und Macht dominierten, steht nun die Möglichkeit des Dialogs. Migala liefern keine eindeutige Antwort. Doch sie lassen das Album mit einer leisen Hoffnung enden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>La Increíble Aventura</em> blieb das letzte Studioalbum von Migala. Offiziell hat sich die Band nie aufgelöst, vielmehr befindet sie sich bis heute in einer Pause. Viele Mitglieder verfolgen inzwischen eigene Projekte, darunter El Hijo, Num9 oder Nacho Vegas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück bleibt ein Album, das auch mehr als zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung außergewöhnlich wirkt. Migala verbinden Post Rock mit spanischen Einflüssen, verweben Musik mit Film und erzählen eine Geschichte, die sich nicht in einzelnen Liedern erschöpft. Die beiliegenden Videos sind dabei weit mehr als Bonusmaterial. Sie gehören zum Werk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer <em>La Increíble Aventura</em> heute entdeckt, sollte sich deshalb Zeit nehmen. Dieses Album möchte nicht nur gehört, sondern auch gesehen werden.</p>


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    "><br />
<strong>Migala</strong>: <i>La Increíble Aventura</i> (2004)</p>
<ul>
<li><strong>Label:</strong> Acuarela Discos</li>
<li><strong>Jahr:</strong> 2004</li>
<li><strong>Genre:</strong> Post Rock, Indie Folk, Experimental Rock</li>
<li><strong>Produktion:</strong> Migala</li>
<li><strong>Aufnahme:</strong> Paco Loco</li>
<li><strong>Videos:</strong> Nacho R. Piedra</li>
<li><strong>Produktionsland:</strong> Spanien</li>
</ul>
<p></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://mainkritik.de/migala-la-increible-aventura/">Migala: La Increíble Aventura</a> erschien zuerst auf <a href="https://mainkritik.de">Main Kritik</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kontrolliertes Chaos: Die Pixies live in Frankfurt</title>
		<link>https://mainkritik.de/kontrolliertes-chaos-die-pixies-live-in-frankfurt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 16:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative Rock]]></category>
		<category><![CDATA[David Bowie]]></category>
		<category><![CDATA[David Lynch]]></category>
		<category><![CDATA[Doolittle]]></category>
		<category><![CDATA[Eraserhead]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
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		<category><![CDATA[Noise]]></category>
		<category><![CDATA[Pixies]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Radiohead]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Twin Peaks]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Konzertkritik: Vierzig Jahre nach ihrer Gründung zeigen die Pixies in der Frankfurter Jahrhunderthalle, warum ihr Einfluss auf Alternative Rock bis heute spürbar ist. Mit einem Schwerpunkt auf den frühen Alben präsentiert die Band einen Abend voller Klassiker, Dynamik und kontrolliertem Chaos zwischen Noise und Melodie. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ae75b9cdf577&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ae75b9cdf577" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="1024" height="702" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies_black-francis-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-1024x702.jpg" alt="Pixies: Black Francis an der Gitarre | © rabirius" class="wp-image-1310" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies_black-francis-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-1024x702.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies_black-francis-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-300x206.jpg 300w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies_black-francis-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-768x527.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies_black-francis-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Pixies live in Frankfurt: Black Francis an der Gitarre | © rabirius</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Jubiläum folgt auf Jubiläum. Als die <strong><a href="https://www.pixiesmusic.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pixies</a></strong> vor mehr als fünfzehn Jahren in der Frankfurter Jahrhunderthalle gastierten, stand das 20-jährige Jubiläum von <em>Doolittle</em> im Mittelpunkt. Diesmal ist der Anlass ein anderer: Vierzig Jahre Pixies. Vier Jahrzehnte einer Band, die wie kaum eine andere die Entwicklung des Alternative Rock geprägt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gruppe, die am Abend des 2. Juli 2026 die Bühne betritt, entspricht dabei längst nicht mehr der Originalbesetzung. Bassistin Kim Deal hat die Band bereits vor Jahren verlassen. Nach mehreren Wechseln steht heute Emma Richardson am Bass. Dennoch wirkt die Identität der Pixies erstaunlich intakt. Der charakteristische Klang, die Dynamik zwischen Melodie und Lärm, zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, ist weiterhin unverkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor den Pixies eröffnete das junge Duo <strong><a href="https://gansbham.bandcamp.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gans</a></strong> den Abend, das sich live als Trio präsentierte. Die Musiker sprangen über die Bühne, suchten die Nähe zum Publikum und lieferten eine energiegeladene Mischung aus Punk, No Wave und experimentellen Elementen. Saxophon, Flöte und elektronische Effekte ergänzten die klassische Rockbesetzung. Musikalisch erinnerte das an eine Begegnung von The Clash und James Chance &amp; The Contortions. Trotz aller Wildheit blieb dabei eine überraschende Verspieltheit erhalten. Ein Support-Act, der Aufmerksamkeit einforderte und verdiente.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ae75b9cdfb0a&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ae75b9cdfb0a" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="1024" height="683" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/gans-live-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-1024x683.jpg" alt="Wild: Gans Bassist Tom Rhodes live in Frankfurt | © rabirius" class="wp-image-1312" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/gans-live-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-1024x683.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/gans-live-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-300x200.jpg 300w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/gans-live-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-768x512.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/gans-live-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Wild: Gans Bassist Tom Rhodes live in Frankfurt | © rabirius</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Einfluss als Gewicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Pixies die Bühne betraten, veränderte sich die Atmosphäre spürbar. Hier stand keine Band, die sich auf vergangene Erfolge beruft. Vielmehr wirkte der Auftritt wie die selbstverständliche Präsenz einer Gruppe, deren Einfluss längst Teil der Musikgeschichte geworden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die drei verbliebenen Mitglieder der klassischen Besetzung spielten mit einer Souveränität, die keiner großen Gesten bedurfte. Die Songs demonstrierten einmal mehr, was die Pixies in den späten 1980er Jahren so besonders machte: die Verbindung von Surf Rock, Punk, Popmelodie und Noise zu einer eigenständigen musikalischen Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einfluss dieser Musik ist kaum zu überschätzen. Nirvana übernahmen das Wechselspiel aus Laut und Leise, Radiohead die Bereitschaft zur klanglichen Grenzüberschreitung, David Bowie bekannte sich offen als Bewunderer. Die Geschichte des Alternative Rock lässt sich kaum erzählen, ohne die Pixies mitzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Black Francis&#8216; Stimme besitzt dabei noch immer jene markante Präsenz, die die Songs seit Jahrzehnten prägt. Die Gitarren wechseln mühelos zwischen Zurückhaltung und Eruption, zwischen harmonischer Klarheit und kontrolliertem Chaos. Die Handschrift bleibt unverwechselbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Doolittle-Fokussierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schwerpunkt des Abends lag deutlich auf den frühen Jahren der Band. Allein elf Songs stammten von <em>Doolittle</em>, jenem Album, das für viele als kreativer Höhepunkt der Pixies gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Publikum nahm diese Entscheidung dankbar an. Nicht nur die großen Klassiker wie „Debaser“ oder „Monkey Gone to Heaven“ wurden begeistert aufgenommen. Die Reaktionen zeigten vielmehr die anhaltende Wertschätzung für das Album als Ganzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere frühe Veröffentlichungen waren vertreten. <em>Come On Pilgrim</em>, <em>Surfer Rosa</em> und <em>Bossanova</em> fanden ihren Platz in der Setlist. Die späteren Alben hingegen spielten eine deutlich geringere Rolle. Das mag zunächst überraschen, ergibt im Kontext des Jubiläums jedoch Sinn. Vierzig Jahre nach der Gründung schien es den Pixies weniger darum zu gehen, eine vollständige Werkschau zu präsentieren, als vielmehr jene Phase in den Mittelpunkt zu stellen, in der ihre ästhetische Sprache entstand.</p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ae75b9ce0907&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ae75b9ce0907" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="1024" height="683" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-1024x683.jpg" alt="Pixies: David Lovering am Schlagzeug | © rabirius" class="wp-image-1321" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-1024x683.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-300x200.jpg 300w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-768x512.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-1536x1024.jpg 1536w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-2048x1365.jpg 2048w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-david_lovering-frankfurt-jahrhunderthalle-rabirius-2-1320x880.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich bleibt die Frage, ob einige der neueren Stücke mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Doch der Abend machte zugleich deutlich, wie außergewöhnlich stark dieser frühe Katalog bis heute wirkt. Viele der Songs haben nichts von ihrer Spannung verloren. Sie klingen nicht wie historische Dokumente, sondern weiterhin lebendig und gegenwärtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">David Lynch und die Atmosphäre des Unheimlichen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen besonders stimmungsvollen Moment bildete „In Heaven (Lady in the Radiator Song)“ aus David Lynchs Film <em>Eraserhead</em>. Die Bühne tauchte in dunkles Blau, während der Hintergrundvorhang Assoziationen an die ikonischen Bildwelten von <em>Twin Peaks</em> hervorrief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts des Todes des Regisseurs wirkte die Interpretation wie eine stille Verbeugung vor einem Künstler, dessen Einfluss auf die ästhetische Welt der Pixies immer spürbar gewesen ist. Nicht als großes Statement, sondern als respektvolle Geste. Die Nähe zwischen Lynch und den Pixies liegt schließlich nicht in direkten Zitaten, sondern in einer gemeinsamen Sensibilität für das Surreale, das Verstörende und das Geheimnisvolle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Setlist als Erzählung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig war auch die Dramaturgie der Setlist. Viele bekannte Stücke erschienen bereits zu Beginn des Konzerts. Eine ungewöhnliche Entscheidung, die den Abend von Anfang an auf Spannung hielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende folgte mit „Where Is My Mind?“ jener Song, der durch David Finchers <em>Fight Club</em> weit über die ursprüngliche Fangemeinde hinaus bekannt wurde. Obwohl das Lied erst Jahre nach seiner Veröffentlichung zu einem kulturellen Bezugspunkt wurde, gehört es heute untrennbar zum Vermächtnis der Band.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ae75b9ce12a1&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ae75b9ce12a1" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="1024" height="683" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-emma_richardson-frankfurt-jahrhunderthalle-frankfurt-rabirius-1024x683.jpg" alt="Neu bei den Pixies: Bassistin Emma Richardson | © rabirius" class="wp-image-1316" srcset="https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-emma_richardson-frankfurt-jahrhunderthalle-frankfurt-rabirius-1024x683.jpg 1024w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-emma_richardson-frankfurt-jahrhunderthalle-frankfurt-rabirius-300x200.jpg 300w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-emma_richardson-frankfurt-jahrhunderthalle-frankfurt-rabirius-768x512.jpg 768w, https://mainkritik.de/wp-content/uploads/2026/07/pixies-emma_richardson-frankfurt-jahrhunderthalle-frankfurt-rabirius.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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<p class="wp-block-paragraph">Nach etwas mehr als neunzig Minuten endete das Konzert ohne Zugabe. „Into the White“ bildete den Schlusspunkt. Das Licht ging an, die Bühne wurde in helles Weiß getaucht. Ein bewusst gesetztes Ende, das auf die üblichen Rockrituale verzichtete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vierzig Jahre später</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Konzert war keine Neuerfindung. Es war eine Bestandsaufnahme einer Band, deren Einfluss bis heute nachwirkt. Der Schwerpunkt auf dem frühen Material mag Fragen nach den späteren Schaffensphasen offenlassen. Gleichzeitig erinnerte der Abend daran, weshalb die Pixies überhaupt zu einer der prägenden Gruppen ihrer Generation wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vierzig Jahre nach ihrer Gründung besitzen viele dieser Songs noch immer eine bemerkenswerte Frische. Die Spannung zwischen Pop und Noise, zwischen Melodie und Dissonanz, wirkt weiterhin lebendig. Die Pixies müssen ihre Bedeutung nicht mehr beweisen. Sie wird in jedem dieser Stücke hörbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Band heute live erlebt, besucht keine nostalgische Museumsveranstaltung. Man begegnet einer Gruppe, deren Vergangenheit so stark ist, dass sie in der Gegenwart weiterhin wirksam bleibt. Gerade darin lag die Qualität dieses Abends.</p>
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