
Drei Jahrzehnte und mehr liegen zwischen den ersten leisen Klavierakkorden und dem, was heute folgt. Bei Tori Amos ist diese Zeit kein Bruch, sondern ein fortlaufender Dialog. Einer, der sich mit jedem Album neu formt.
Zwischen Intimität und Widerstand
Seit Little Earthquakes steht ihre Musik für eine seltene Verbindung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit. Das Klavier ist dabei nie bloß Begleitung, sondern Widerpart, Resonanzraum und manchmal auch Konfrontation. Spätere Werke wie Under the Pink oder Boys for Pele erweitern dieses Spektrum, öffnen sich für neue Klangfarben, ohne den Kern zu verlieren.
Über die Jahre verschiebt sich der Fokus immer wieder. Elektronische Einflüsse treten hinzu, erzählerische Strukturen werden komplexer, Themen politischer. Gleichzeitig bleibt die Handschrift erkennbar. Eine Stimme, die nicht beschwichtigt, sondern freilegt.
Ein neues Kapitel
Mit In Times of Dragons kündigt sich nun ein weiteres Kapitel an. Die neuen Stücke greifen die vertrauten Motive auf, setzen sie jedoch in einen deutlich gegenwärtigen Kontext. Fragen nach Macht, Kontrolle und individueller Freiheit stehen im Zentrum. Es ist Musik, die sich nicht mit Andeutungen begnügt, sondern Position bezieht.
Dass sich persönliche und politische Ebenen dabei überlagern, gehört längst zu den Konstanten ihres Werks. Gerade darin liegt die anhaltende Relevanz. Die Songs wirken wie Momentaufnahmen einer Welt, die sich im Umbruch befindet.
Auf der Bühne in Frankfurt
Im Frühjahr 2026 bringt Tori Amos dieses neue Material auf die Bühne. Ein Termin führt sie auch nach Frankfurt am Main, in die Jahrhunderthalle am 1. Mai.
Live entsteht daraus ein Spannungsfeld zwischen neuen Kompositionen und bekannten Stücken, die sich über Jahre hinweg verändert haben. Begleitet von langjährigen Mitmusikerinnen und Mitmusikern entfalten die Songs eine Intensität, die sich kaum reproduzieren lässt.
Es ist weniger ein Rückblick als eine Momentaufnahme. Eine Künstlerin, die sich weiterhin bewegt, ohne sich selbst zu verlieren.
Jahrhunderthalle, Frankfurt:




