
Manchmal reicht ein einzelner Begriff, um ein ganzes Spannungsfeld zu öffnen. Der Titel Mitmachen von Andreas Illenseer verweist auf genau diesen Bereich, in dem Individuum und Gesellschaft aufeinandertreffen.
Im Zentrum steht die Frage, wie sich das private Selbst in den unterschiedlichen Lebensbereichen behauptet und zugleich einfügt. Beruf, Alltag, Politik und Wettbewerb bilden dabei keine getrennten Welten, sondern überlappen sich und erzeugen ein Geflecht von Erwartungen, Regeln und Rollen.
Mitmachen als unsichtbare Voraussetzung
Mitmachen lässt sich hier nicht nur als freiwillige Teilnahme verstehen, sondern auch als unausgesprochene Voraussetzung gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Wer Teil eines Systems ist, bewegt sich innerhalb von Strukturen, die Orientierung geben und zugleich Handlungsspielräume begrenzen.
Die Ausstellung im Nebbiensches Gartenhaus nähert sich diesem Spannungsfeld aus einer reflektierenden Perspektive. Im Mittelpunkt steht nicht die Auflösung dieser Dynamik, sondern das Sichtbarmachen ihrer Mechanismen.
Ein Blick auf die „zweite Natur“
Der Begriff der sogenannten zweiten Natur beschreibt jene verinnerlichten Muster, die unser Verhalten prägen, ohne dass sie ständig hinterfragt werden. „Mitmachen“ setzt genau hier an und lenkt den Blick auf die Selbstverständlichkeiten, die das soziale Miteinander strukturieren.
Die Ausstellung lädt dazu ein, diese unsichtbaren Prozesse bewusster wahrzunehmen und die eigene Position darin zu reflektieren.




