The Undertones live im Bett Frankfurt

The Undertones (Pressefoto) | © Stephen Price
The Undertones (Pressefoto) | © Stephen Price

Wenn eine Band ein halbes Jahrhundert überdauert, liegt die Versuchung nahe, sie als Relikt zu betrachten. Bei den The Undertones greift das zu kurz. Ihr Jubiläum wirkt weniger wie ein Rückblick als wie ein erneutes Aufdrehen eines längst nicht verstummten Verstärkers.

Ein Song, der alles veränderte

Es dauert oft nur wenige Sekunden, bis sich entscheidet, ob ein Song bleibt. „Teenage Kicks“ gehört zu diesen seltenen Momenten. Als John Peel den Track Ende der Siebziger erstmals spielte, wiederholte er ihn direkt ein zweites Mal. Eine spontane Geste, die zur Legende wurde und den Weg für die Band aus Derry ebnete.

Was folgte, war eine Reihe von Veröffentlichungen, die den rohen Charme des Punk mit einer fast naiven Melodiesicherheit verbanden. Songs, die nicht durch Komplexität auffielen, sondern durch Unmittelbarkeit. Gerade darin lag ihre Stärke.

Brüche und ein zweites Kapitel

Wie so oft in dieser Ära hielt das erste Kapitel nicht ewig. Mit dem Ausstieg von Feargal Sharkey Anfang der Achtziger kam die Band zum Stillstand. Doch die Geschichte endete nicht dort. Jahre später formierte sich ein neuer Abschnitt, diesmal mit Paul McLoone am Mikrofon.

Diese zweite Phase verzichtet auf den Versuch, Vergangenes zu kopieren. Stattdessen wirkt sie wie eine Fortführung unter veränderten Vorzeichen. Die Energie bleibt, auch wenn sich die Perspektive verschiebt.

Jubiläum auf der Bühne

Zum fünfzigjährigen Bestehen gehen The Undertones erneut auf Tour. Auch ein Stopp in Frankfurt am Main steht auf dem Plan, genauer gesagt im Bett am 17. Mai 2026.

Live zeigt sich, dass diese Songs nichts von ihrer Direktheit verloren haben. Sie funktionieren noch immer ohne Umwege, treffen schnell und bleiben hängen. Es ist keine nostalgische Wiederbelebung, sondern ein Erinnern daran, wie unmittelbar Popmusik sein kann.

Vielleicht liegt genau darin der Reiz dieses Abends. Nicht in der Feier der Vergangenheit, sondern in der Erkenntnis, dass manche Stücke schlicht nicht altern.