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	<title>Les Yeux d&#039;la Tête-Archiv - Main Kritik</title>
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	<description>Kust- und Kulturkritiken aus dem Rhein-Main-Gebiet</description>
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		<title>Les Yeux d’la Tête live im Zoom: Wenn der ganze Saal tanzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[main-admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 15:35:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Konzertkritik: Les Yeux d’la Tête begeistern im Frankfurter Zoom mit enormer Spielfreude, perfektem Zusammenspiel und einer Musik zwischen Chanson, Folk und Rock. Ein Konzert, das den ganzen Saal zum Tanzen bringt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mainkritik.de/les-yeux-dla-tete-live-im-zoom-wenn-der-ganze-saal-tanzt/">Les Yeux d’la Tête live im Zoom: Wenn der ganze Saal tanzt</a> erschien zuerst auf <a href="https://mainkritik.de">Main Kritik</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Erstaunlich früh beginnt dieser Konzertabend im Frankfurter Zoom. Bereits am Nachmittag laden Les Yeux d’la Tête ihr Publikum zum Tanzen ein. Einige Besucherinnen und Besucher wundern sich zunächst über die ungewohnte Uhrzeit, und auch die Band selbst kann sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen. Doch spätestens nach den ersten Stücken ist klar: Für Les Yeux d’la Tête gibt es keinen falschen Zeitpunkt zum Feiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn was diese Band an diesem Nachmittag entfaltet, ist eine geradezu ansteckende Spielfreude. Die sechs Musiker springen über die Bühne, tanzen zwischendurch beinahe synchron und treiben ihre Musik immer wieder an die Grenzen des kontrollierten Chaos. Mal scheint das Zusammenspiel auseinanderzudriften, nur um im nächsten Moment wieder punktgenau zusammenzufinden. Das wirkt nicht zufällig, sondern wie die sichtbare Folge eines enorm sicheren Umgangs mit dem eigenen Material.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eingespielt wie alte Freunde</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wäre eigentlich zu erwarten, dass eine Band mit dieser Besetzung noch nach ihrer gemeinsamen musikalischen Identität suchen müsste. Von der ursprünglichen Formation sind nur Sänger und Gitarrist Benoît Savard sowie Eddy Lopez an Saxophon und Klarinette übrig. Gitarrist Stéphane Berti und Bassist Philippe Burneau gehören sogar erst seit dem vergangenen Jahr zur Band. Davon ist auf der Bühne nichts zu spüren. Sie spielen miteinander, als würden sie seit Jahren in dieser Formation auf der Bühne stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stücke geben dabei zwar einen klaren Rahmen vor, lassen aber genügend Raum für Improvisation und spontane Abweichungen. Gerade daraus entsteht die Lebendigkeit dieses Konzerts. Die Musiker kennen ihre Songs so gut, dass sie sich darin bewegen können, ohne an ihnen festhalten zu müssen. Aus kleinen Verschiebungen, überraschenden Übergängen und improvisierten Momenten entsteht eine Musik, die ständig in Bewegung bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Publikum lässt sich davon schnell anstecken. Spätestens beim dritten Stück hält es kaum noch jemanden auf den Beinen. Es wird getanzt, geschunkelt und im Rhythmus gewippt. Bei einem Walzer finden sich sogar mehrere Paare zusammen, die sich mit erstaunlich sicheren Schritten über den Boden drehen. Spätestens hier ist klar, dass Les Yeux d’la Tête ihre Musik nicht einfach präsentieren. Sie bringen einen ganzen Saal dazu, sich zu bewegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Chanson, Balkan und Rock</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Musikalisch wandern Les Yeux d’la Tête durch ein weit gespanntes südeuropäisches Klanggebiet. Chanson trifft auf spanische Anklänge und Balkanmusik, Folk und Weltmusik verbinden sich mit Rock zu einem unverwechselbaren eigenen Stil. Vieles stammt vom aktuellen Album <em>La vie est belle</em>, doch auch ältere Publikumslieblinge wie „I Don’t Speak English“ und „Muzika“ fehlen nicht und werden entsprechend begeistert aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Band vor allem eine Live-Band ist, zeigt sich an diesem Abend besonders deutlich. Die Musik lebt von der Bewegung, von den Blicken zwischen den Musikern, von den spontanen Wendungen und von der Reaktion des Publikums. Was auf einer Platte funktioniert, kann diese unmittelbare Energie nur begrenzt transportieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu passt die unkomplizierte Kommunikation mit dem Saal. Englisch, Französisch und gelegentlich sogar Deutsch wechseln sich ab. Und irgendwann gibt es nicht einmal mehr eine sprachliche Verständigung: Die Band gibt Tanzanweisungen, der ganze Saal macht mit und bewegt sich gemeinsam von links nach rechts und von vorne nach hinten. Für einen Moment wird aus dem Konzert eine gemeinsame Choreografie.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auch die einzelnen Musiker bekommen Gelegenheit zu zeigen, was sie können. Vor Stéphane Bertis Gitarrensolo wird die Musik beinahe wavig, bevor er mit seiner Gitarre loslegt. Philippe Burneau lässt seinen Bass beim Slappen so deutlich hervortreten, dass für einen kurzen Moment ein Hauch Red Hot Chili Peppers durch das Zoom weht. Akkordeonspieler Rodrigue Fernandes entlockt seinem Instrument einen Klang, als stünden gleich mehrere Akkordeons auf der Bühne. Und Schlagzeuger Xavier Hamon beweist selbst in seinen Improvisationen, dass er den Groove niemals aus der Hand gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Konzert, das den Saal verlässt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vielleicht schönste Idee kommt allerdings ganz am Ende. Nach den Zugaben stellt sich die Band mitten ins Publikum. Die Besucher bilden einen Kreis, die Verstärker bleiben außen vor. Das letzte Stück erklingt unverstärkt, direkt aus der Mitte des Saales. Näher kann eine Band ihrem Publikum kaum kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So endet ein Konzert, das von Anfang an weniger wie eine Vorführung als wie ein gemeinsames Fest gewirkt hat. Les Yeux d’la Tête beherrschen ihre Musik so sicher, dass sie sich erlauben können, sie immer wieder aus dem festen Rahmen herauszuführen. Gerade das scheinbare Chaos macht dabei die Präzision sichtbar, die dahintersteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Publikum schließlich beseelt in den beginnenden Abend hinauszieht, ist die Arbeit eigentlich schon getan: Man hat getanzt, gesungen, geschunkelt und sich von einer Band mitreißen lassen, die ihre Musik nicht nur spielt, sondern mit ihrem Publikum teilt. Und das Schöne daran: Die Nacht ist noch jung.</p>
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